Eine 24-Stunden-Betreuung zu Hause gehört zu den finanziell wie emotional größten Entscheidungen, die eine österreichische Familie im Pflegefall trifft. Die Frage „Was kostet das eigentlich?" wird selten klar beantwortet — oft hört man Spannweiten von „so 2.500 bis 4.000 €", manchmal höher, manchmal niedriger. Das hilft niemandem weiter, der gerade einen Krankenhausbescheid in der Hand hält und Klarheit braucht.
Wir machen es anders. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen die exakte Zusammensetzung der Monatskosten, die aktuellen Pflegegeld-Beträge 2026 und eine Modellrechnung für jede Pflegestufe. Sie sehen am Ende zwei Zahlen: was insgesamt anfällt — und was nach Pflegegeld und 24-Stunden-Förderung tatsächlich aus Ihrer Tasche kommt.
Die kurze Antwort: Eigenanteil zwischen 735 € und 3.150 € pro Monat
Der reale monatliche Eigenanteil einer 24-Stunden-Betreuung in Österreich liegt 2026 — je nach Pflegestufe — typischerweise zwischen 735 € und 3.150 €. Die Bruttokosten (Honorar der Betreuungskraft + Pflege-24 Service + Reisekosten) bewegen sich zwischen rund 3.150 € und 3.900 € im Monat. Davon werden Pflegegeld und gegebenenfalls die 24-Stunden-Förderung des Bundes abgezogen — und dann zeigt sich die tatsächliche Belastung.
Wer eine schnelle Orientierung sucht: Bei der häufigsten Konstellation (Pflegegeldstufe 4, zwei selbständige Betreuungskräfte) bleibt nach allen Abzügen ein Eigenanteil von rund 2.000 € pro Monat übrig. Dazu kommen Lebensmittel, Strom, Telefon — also die normalen Haushaltskosten, die ohnehin angefallen wären.
Aus welchen Bausteinen setzen sich die Kosten zusammen?
Die Gesamtkosten der 24-Stunden-Betreuung setzen sich aus fünf klar trennbaren Bausteinen zusammen. Wir nennen für jeden den typischen Betrag in Österreich (Stand Februar 2026) und erklären, wofür er eigentlich anfällt — damit Sie genau wissen, wofür Sie zahlen.
1. Honorar der Betreuungskraft (ca. 2.550–3.150 €/Monat)
Der mit Abstand größte Posten ist das Honorar der Betreuungskraft selbst. Der Tagessatz liegt 2026 üblicherweise zwischen 85 € und 105 € pro Tag. Die genaue Höhe hängt ab von:
- Erfahrung und Qualifikation — eine Betreuungskraft mit zehn Jahren Erfahrung und Krankenpflege-Hintergrund kostet mehr als eine Berufsanfängerin.
- Sprachkenntnissen Deutsch — B1 ist Mindeststandard, B2 wird besser honoriert, C1-Niveau ist selten und entsprechend teurer.
- Anforderungen der Betreuungssituation — Mobilität, Demenz, Inkontinenz, Nachtaufstehen, zweite Person bei schwerem Heben.
- Tarifstufe nach Pflegegeld (siehe Tabelle weiter unten).
Bei zwei Betreuungskräften im 14-tägigen Wechsel rechnet sich das so: Tagessatz × 30 Tage = monatliches Honorar. Reisekosten fallen separat an (Baustein 4).
2. Pflege-24 Qualitäts- & Entlastungsmanagement (600 €/Monat)
Hier unterscheiden wir uns von reinen Vermittlungsagenturen. Eine Agentur bringt Ihnen eine Betreuungskraft — und ist dann weg. Pflege-24 begleitet die Betreuungssituation laufend. Das ist kein versteckter Aufschlag, sondern eine eigenständige Dienstleistung mit drei Säulen:
Diese 600 € decken laufende Schulung der Betreuungskräfte, Wechselplanung, fachliche Begleitung in komplexeren Situationen und einen persönlichen Ansprechpartner für die Angehörigen ab.
Wenn Angehörige bei uns anrufen, weil die Betreuungskraft krank geworden ist, weil ein Krankenhausaufenthalt ansteht oder weil sich die Pflegesituation plötzlich verändert — dann ist genau das der Moment, für den dieser Service gemacht ist. Ein Vermittler hätte da längst aufgelegt. Wir bleiben am Telefon, bis eine Lösung steht.
3. Einmalige Aufnahmegebühr (950 €)
Bei Vertragsbeginn fällt eine einmalige Aufnahmegebühr von 950 € an. Sie deckt:
- Erstgespräch (telefonisch und persönlich)
- Hausbesuch durch eine diplomierte Pflegekraft mit ausführlicher Anamnese
- Erstellung eines individuellen Betreuungskonzepts
- Auswahl, Prüfung und Einweisung der ersten beiden Betreuungskräfte
- Vertragsausarbeitung und Anmeldung beim Sozialministeriumservice (sofern Förderung beantragt wird)
Diese Gebühr fällt einmalig an — nicht jährlich, nicht bei Wechsel innerhalb eines bestehenden Vertrags.
4. Fahrt- und Reisekosten
Die Betreuungskräfte stammen überwiegend aus Mittel- und Osteuropa und reisen alle zwei bis vier Wochen zur Übergabe. Die Reisekosten (Bus, Bahn, selten Flug) liegen im Schnitt zwischen 100 € und 150 € pro Wechsel. Bei 26 Wechseln pro Jahr macht das 2.600–3.900 € jährlich bzw. rund 215–325 € monatlich.
Wir weisen diese Position separat aus — manche Vermittler verstecken sie im Tagessatz, was die Vergleichbarkeit erschwert.
5. Zusatzleistungen (Demenz, Nachtarbeit, Hebelifter, zweite Person)
Bestimmte Betreuungssituationen erfordern höhere Tagessätze. Stand 2026:
- Demenz-Zuschlag: +5–10 €/Tag (Verhaltensauffälligkeiten, Weglauftendenz, erhöhter Aufsichtsbedarf)
- Nachtaufstehen: +5–10 €/Tag (mehr als zweimal pro Nacht regelmäßig)
- Zweite Person: +10–15 €/Tag (notwendig bei schwerem Heben oder bei zwei Senioren im Haushalt)
- Hauskrankenpflege-Visite: 85 € pro Besuch — bei Wundversorgung, Medikamentenmanagement oder Anpassung der Betreuung
Tarifstufen 0–6 verständlich erklärt
Pflege-24 arbeitet mit transparenten Tarifstufen. Die Stufe richtet sich nach dem tatsächlichen Betreuungsaufwand, der Mobilität, dem Pflegegeld-Status und den Anforderungen an die Betreuungskraft.
| Tarifstufe | Pflegegeld-Stufe | Tagessatz | Monatskosten Honorar | Typische Situation |
|---|---|---|---|---|
| Stufe 0 | keine / Stufe 1 | 85 € | 2.550 € | Begleitung, Haushalt, leichte Hilfe |
| Stufe 1 | Stufe 2 | 88 € | 2.640 € | Hilfe bei Körperpflege, Mobilität teilweise eingeschränkt |
| Stufe 2 | Stufe 3 | 92 € | 2.760 € | Volle Körperpflege, leichte Demenz möglich |
| Stufe 3 | Stufe 4 | 95 € | 2.850 € | Häufigste Stufe — umfassende Betreuung |
| Stufe 4 | Stufe 5 | 98 € | 2.940 € | Mobilität stark eingeschränkt, Inkontinenz |
| Stufe 5 | Stufe 6 | 102 € | 3.060 € | Dauernde Aufsicht, fortgeschrittene Demenz |
| Stufe 6 | Stufe 7 | 105 € | 3.150 € | Bettlägerig, sehr hoher Pflegeaufwand |
Modellrechnung: realer Eigenanteil pro Pflegestufe
Genug der Theorie — jetzt zur konkreten Rechnung. Die folgende Modellrechnung zeigt, was 2026 nach Abzug von Pflegegeld und 24-Stunden-Förderung tatsächlich übrig bleibt. Annahmen: zwei selbständige Betreuungskräfte im 14-tägigen Wechsel (Förderung: 800 €/Monat), Pflegegeld wird vollständig für die Betreuung eingesetzt, monatliche Reisekosten 240 €.
Stand Februar 2026. Pflegegeld Stufe 3 = 592,60 €/Monat (BMSGPK). 24-Stunden-Förderung selbständig = 800 €/Monat bei Erfüllung aller Voraussetzungen.
Und so sieht es bei einer höheren Pflegestufe aus — wo die Belastung absolut betrachtet höher ist, der Eigenanteil aber durch das deutlich höhere Pflegegeld stark sinkt:
Höhere Stufen = höheres Pflegegeld = niedrigerer realer Eigenanteil, obwohl die Bruttokosten steigen. Das ist staatliche Solidarität in Zahlen.
Für die anderen Stufen zur schnellen Übersicht:
| Pflegegeld-Stufe | Bruttokosten | Pflegegeld | Förderung | Realer Eigenanteil |
|---|---|---|---|---|
| Stufe 2 | 3.400 € | − 380 € | − 800 € | 2.220 € |
| Stufe 3 | 3.690 € | − 592 € | − 800 € | 2.298 € |
| Stufe 4 | 3.780 € | − 888 € | − 800 € | 2.092 € |
| Stufe 5 | 3.900 € | − 1.206 € | − 800 € | 1.894 € |
| Stufe 6 | 3.900 € | − 1.685 € | − 800 € | 1.415 € |
| Stufe 7 | 4.020 € | − 2.214 € | − 800 € | 1.006 € |
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Wir hatten vorher zwei Vermittler kontaktiert. Beide sagten 'ab 70 € pro Tag'. Als die Verträge auf dem Tisch lagen, waren es plötzlich 92 € — wegen Demenz-Zuschlag, Nachtarbeit, Reisekosten. Was uns bei Pflege-24 überzeugt hat: Sie haben uns vor Vertragsabschluss die volle Rechnung gezeigt. Keine Überraschungen im Nachhinein.
Was reduziert die Kosten? Pflegegeld + 24-Stunden-Förderung
Zwei staatliche Leistungen senken die monatliche Belastung erheblich. Beide sollten Familien immer beantragen, sobald die medizinischen Voraussetzungen vorliegen — bevor die Betreuungskräfte anreisen.
Pflegegeld (Bundesgeld, einheitlich in ganz Österreich)
Das Pflegegeld ist eine zweckungebundene monatliche Leistung der Republik Österreich an pflegebedürftige Personen. Es wird unabhängig vom Einkommen ausgezahlt und kann frei für Betreuungsleistungen verwendet werden. Beträge 2026 (Quelle: BMSGPK):
- Stufe 1: 206,20 € — ab 65 Stunden Pflegeaufwand/Monat
- Stufe 2: 380,30 € — ab 95 Stunden
- Stufe 3: 592,60 € — ab hier 24-Stunden-Förderung möglich
- Stufe 4: 888,50 €
- Stufe 5: 1.206,90 €
- Stufe 6: 1.685,40 €
- Stufe 7: 2.214,80 €
Eine ausführliche Erklärung aller Stufen mit Antragsverfahren finden Sie in unserem Artikel Pflegegeld in Österreich 2026.
24-Stunden-Förderung des Bundes (800 € oder 1.600 €/Monat)
Ab Pflegestufe 3 kann zusätzlich die 24-Stunden-Förderung beantragt werden. Es handelt sich um eine Zuwendung des Sozialministeriumservice. Die Höhe hängt vom Betreuungsmodell ab:
- 800 €/Monat bei zwei selbständigen Betreuungskräften (Werkvertrag — das in Österreich gängigste Modell)
- 1.600 €/Monat bei zwei unselbständigen Betreuungskräften (Arbeitsverhältnis)
Vergleich: 24-Stunden-Betreuung vs. Pflegeheim vs. mobile Pflege
Ein häufiger Vergleich, den Familien anstellen, ist der zwischen häuslicher 24-Stunden-Betreuung und einem Pflegeheim. Die monatlichen Kosten 2026 in Österreich:
| Modell | Bruttokosten/Monat | Was inkludiert ist | Was bleibt zu Hause |
|---|---|---|---|
| 24-Stunden-Betreuung | 3.150–3.900 € | Persönliche Bezugsperson, vertraute Umgebung, individuelle Tagesgestaltung | Wohnung bleibt, soziales Umfeld bleibt |
| Pflegeheim (ohne Demenzstation) | 4.000–5.500 € | Vollverpflegung, medizinische Versorgung, Personalrotation | Umzug, Auflösung der Wohnung |
| Mobile Pflege (3× tgl.) | 1.800–2.800 € | Pflegerische Versorgung, keine 24h-Anwesenheit | Nachts und nachmittags allein |
Die 24-Stunden-Betreuung zu Hause ist in vielen Fällen günstiger als ein Pflegeheim — und sie bewahrt die emotionale Stabilität, die viele ältere Menschen in den eigenen vier Wänden finden. Pflegeheime sind sinnvoll, wenn medizinische Vollversorgung rund um die Uhr erforderlich ist; für Begleitung, Aufsicht und aktivierende Betreuung ist die häusliche Lösung in der Regel sowohl menschlich als auch wirtschaftlich überlegen.
Warum kostet Premium-Betreuung mehr — und wann lohnt es sich?
Reine Vermittlungsagenturen bieten Tagessätze ab 70 €. Pflege-24 beginnt bei 85 €. Die Differenz von 15–20 € pro Tag entspricht rund 450–600 €/Monat. Warum?
- Strenge Auswahl-Qualität: Wir nehmen nur etwa jede zehnte Bewerbung an. Geprüft werden Erfahrung, Sprachkenntnisse, persönliche Eignung und Charakter.
- Stabilere Beziehungen: Unsere Betreuungskräfte bleiben im Schnitt deutlich länger bei einer Familie als am Marktdurchschnitt — Vertrauen wächst und damit die Qualität der Betreuung.
- Persönlicher Ansprechpartner für Angehörige — keine Hotline, keine wechselnden Berater. Ein Name, eine Nummer, eine konstante Bezugsperson.
- Begleitung in Krisen: Plötzliche Krankheit der Betreuungskraft, Krankenhausaufenthalt der pflegebedürftigen Person, organisatorische Engpässe — wir organisieren Lösungen, nicht Ausreden.
Die Premium-Positionierung lohnt sich besonders bei Demenz, nach Krankenhausaufenthalten und in instabilen Betreuungssituationen — überall dort, wo reine Anwesenheit nicht ausreicht und Veränderungen früh erkannt werden müssen.
Steuerliche Absetzbarkeit als außergewöhnliche Belastung
Die Kosten der 24-Stunden-Betreuung sind in Österreich grundsätzlich als außergewöhnliche Belastung gemäß § 34 EStG steuerlich absetzbar. Voraussetzung: mindestens Pflegestufe 1 und nachweislicher Pflegebedarf. Folgende Beträge können in der Arbeitnehmerveranlagung geltend gemacht werden:
- Honorar der Betreuungskräfte (volle Höhe)
- Pflege-24 Service-Gebühr
- Reisekosten
- Einmalige Aufnahmegebühr
Vom abzugsfähigen Aufwand werden allerdings Pflegegeld und 24-Stunden-Förderung abgezogen — nur der tatsächliche Eigenanteil wirkt steuermindernd. Details unter bmf.gv.at — außergewöhnliche Belastung.
Nächste Schritte: So beginnt eine Pflege-24 Betreuung
- Kostenloses Erstgespräch (telefonisch oder per E-Mail). Wir hören Ihre Situation an, klären offene Fragen zu Kosten und Förderung und sagen ehrlich, ob Pflege-24 für Ihren konkreten Fall die passende Lösung ist.
- Hausbesuch durch unsere Hauskrankenpflege. Eine ausgebildete Pflegefachkraft besucht den Senior zu Hause, beurteilt die Pflegesituation und erstellt ein individuelles Betreuungskonzept.
- Verbindliches Angebot. Sie erhalten ein schriftliches Angebot mit Tagessatz, Service-Gebühr und voraussichtlichem Eigenanteil — vor jeder Vertragsunterzeichnung.
- Auswahl der Betreuungskräfte. Wir schlagen Ihnen zwei Betreuungskräfte vor (Lebenslauf, Erfahrungsprofil, Foto). Sie entscheiden mit.
- Vertragsabschluss und Anreise. Innerhalb von 7–14 Tagen ist die erste Betreuungskraft vor Ort. Wir helfen beim Förderantrag beim Sozialministeriumservice.